Der Procambarus ouachitae ist derzeit eher selten im Handel erhältlich. Am 02.11.2013 hatte ich Glück und bei den Aquaristik-Tagen in Ulm schöne Procambarus ouachitae am Stand von Aquaristik Langer (www.aquaristik-langer.de) gefunden. Die Tiere waren damals knappe 3 cm groß und besonders das Weibchen war relativ kräftig hellblau gefärbt. Mit der Zeit hat es sich aber genauso gefärbt wie das Männchen:
Generelles
Wie fast all Procambarus Arten sind meine Procambarus ouachitae sehr neugierig. Sobald ich am Aquarium hantiere, stürmen sie nach vorne und betteln um Futter. Sie sind überhaupt nicht scheu und für Anfänger geeignet. Besondere Ansprüche an das Wasser oder das Setup haben sie nicht.
Da amerikanische Krebse latente Überträger der Krebspest sind, dürfen sie auf keinen Fall mit australischen oder europäischen Arten vergesellschaftet oder im Gartenteich gehalten werden. Mehr zur Krebspest findet ihr hier.
Größe des Aquariums und Beckeneinrichtung
Auch wenn die Procambarus ouachitae mit einer Endgröße von 10 cm deutlich kleiner bleiben als z. B. Procambarus clarkii oder alleni, würde ich sie in Aquarien ab 80 cm Kantenlänge halten. Hier hat man viel mehr Möglichkeiten zur Gestaltung. Außerdem sind meine Procambrus ouachitae sehr aktiv und klettern auch gern, dies kann man gut mit höheren Wurzeln oder Steinen umsetzen.
Die Krebse sind relativ friedlich, trotzdem sollten mehrere Versteckmöglichkeiten pro Krebs angeboten werden denn besonders nach einer Häutung müssen die Krebse über eine sichere Rückzugsmöglichkeit verfügen. Ich verwende hierzu gern Tonröhren und Tonhöhlen (einseitig geschlossene Tonröhre, besonders gut geeignet für tragende Tiere) sowie Kokosnusshöhlen, die man auch gut mit Wurzeln überbauen und so etwas verstecken kann. Meine ouachitae haben bisher noch nie gegraben, umdekoriert oder sich an einer meiner Pflanzen vergriffen. Ich bin gespannt, ob das auch so bleibt wenn die Tiere ausgewachsen sind.
Natürlich sind meine Krebsaquarien und besonders die Aufzuchtbecken oft nur spärlich bepflanzt, und da ich keinen Dünger verwende ist auch der Pflanzenwuchs nicht so stark – trotzdem rundet ein bisschen Grün in meinen Augen ein Aquarium erst so richtig ab.
Außerdem bieten Pflanzen auch Rückzugsmöglichkeit für Garnelen oder kleine Fische, die ich meist mit den Krebsen vergesellschafte (mehr dazu im Thema „Vergesellschaftung“). In den Krebsaquarien verwende ich daher gern Pflanzen wie Vallisneria gigantea, Echinodorus in diversen Arten, Mooskugeln, Hornkraut, Wasserpest…).
WICHTIG: Auf jeden Fall muss darauf geachtet werden, dass das Aquarium lückenlos abgedeckt ist. Krebse sind wahre Ausbruchskünstler und finden oft durch schmale Ritzen oder Aussparungen einen Weg nach draußen. Dort können sie aber nur geringe Zeit überleben und da der Weg zurück ins Aquarium nicht möglich ist findet man sie meist nach Tagen vertrocknet unter irgendeinem Möbelstück…
Vergesellschaftung
Procambarus ouachitae sind relativ friedliche Krebse, die man gut mit friedlichen Fischen und Garnelen vergesellschaften kann. Ich schließe nicht aus, dass ein Krebs auch mal einen kranken Fisch oder eine schwache Garnele erwischt. Aber ich halte das für den natürlichsten Weg um evtl. Krankheiten gar nicht erst richtig ausbrechen zu lassen. In beiden Aquarien habe ich die Krebse mit Neocaridina Garnelen und Tiger Endler Guppy vergesellschaftet. Es handelt sich um sehr stabile und robuste Stämme und von beiden Arten habe ich immer sehr viel Nachwuchs.
Futter
Procambarus sind Allesfresser (omnivor). Da meine Procambarus ouachitae noch sehr jung sind, kann ich noch keine Rückschlüsse auf ihr bevorzugtes Futter ziehen. Viele Jungtiere bevorzugen ja während des Wachstums proteinreichere Nahrung. Im Moment nehmen sie Mückenlarven, Spirulinafutter und rote Krebs-Sticks am Besten an. Gemüse lassen sie derzeit nahezu unberührt, Grünfutter-Tabs und Sticks nehmen sie eher durchwachsen an.
Geschlechtsunterschiede und Zucht
Die Geschlechterunterscheidung bei Procambarus Krebsen ist sehr einfach. Das Männchen verfügt über Begattungsgriffel, während man beim Weibchen die Geschlechtsöffnung erkennen kann. Ich erstelle in Kürze Bilder zur bessern Erklärung der Geschlechtsunterschiede.
Der Procambarus ouachitae gehört zum spezialisierten Fortpflanzungstyp. Das Weibchen trägt die Eier je nach Temperatur 3 – 4 Wochen am Hinterleib. Die fertig entwickelten Jungen lösen sich nach und nach von ihrer Mutter. Ob die kleinen Babys wie bei anderen Arten kannibalisch veranlagt sind, kann ich leider noch nicht beurteilen da ich ja noch keinen Nachwuchs habe. Ich würde aber vorsichtshalber wie auch bei anderen Krebsarten viele kleine Röhren und Verstecke ins Aquarium einbringen. Ich verwende hierfür gern Ziegelsteine mit kleinen Öffnungen und viel Laub, da sich die Babys auch gut zwischen den Laubschichten verstecken können.
Bei der Ernährung der Nachzuchten ist es wichtig, einen Mittelweg zu finden, so dass man den Kannibalismus so gering wie möglich hält, aber keine Häutungsschäden riskiert.
Foto: Clarissa Rosenbeck mit Unterstützung von www.canva.com (KI)