Fächergarnelen im Aquarium
Fächergarnelen sind mit ihrer außergewöhnlichen Optik und ihrem Fressverhalten echte Blickfänger im Aquarium. Doch genau hier liegt das Problem: Diese Tiere werden häufig unterschätzt, falsch gehalten und verhungern dann jämmerlich.
Damit sie die Schwebeteilchen aus dem Wasser filtern können, sind die Scheren der ersten beiden Gliedmaßenpaare zu Fächern umgebildet. Fächergarnelen leben in der Natur in Gewässern mit sehr starker Strömung und krallen sich mit ihren kräftigen Füßen an Steinen und Treibholz fest. Auch im Aquarium brauchen sie geeignete Sitzplätze in starker Strömung.
Die Blaue Fächergarnele gehört dem primitiven Fortpflanzungstyp an. Die Zucht von Atya gabonensis ist daher im Haltungsbecken nicht möglich, da ihre Larven wie die von allen Fächergarnelen Brackwasser benötigen. Die Aufzucht ist ähnlich wie die der Amanogarnele. Die Larven brauchen allerdings deutlich länger für die Entwicklung zur Junggarnele, nämlich gut 120 Tage. Im Internet gibt es gute Zuchtberichte.
Als Gruppentier fächert die Blaue Gabunfächergarnele lieber mit einigen Artgenossen zusammen, daher halten sie sich oft an einer Stelle zusammen auf. In einem 80 cm Becken kann man problemlos 4-5 Tiere halten. Die Vergesellschaftung mit Schnecken, Garnelen und friedlichen, nicht zu großen Fischen ist problemlos möglich. Von Krebsen und Krabben werden die nicht sehr wehrhaften Gabunfächergarnelen gefressen, von einer Vergesellschaftung mit diesen Tieren raten wir daher entschieden ab.
Ein Spezialist mit besonderen Ansprüchen
Monsterfächergarnelen sind Filtrierer. Im Gegensatz zu anderen Garnelenarten nehmen sie ihre Nahrung nicht vom Boden auf, sondern filtern feinste Partikel aus der Strömung.
Dafür benötigen sie:
- eine dauerhafte, starke Strömung
- feines Staubfutter oder Spezialfutter
- geeignete Plätze, um in der Strömung zu sitzen
Häufige Fehler in der Haltung
In der Praxis werden Monsterfächergarnelen leider oft falsch gepflegt. Besonders ihre Größe verleitet dazu, sie als Einzeltiere zu halten oder sie wie „normale Garnelen“ zu behandeln.
Typische Fehler:
- Einzelhaltung statt Gruppenhaltung
- zu schwache oder fehlende Strömung
- falsches oder ungeeignetes Futter
- fehlende Strömungsplätze
Die Folge ist häufig ein langsames Verhungern, das lange unbemerkt bleibt.
Warnsignale erkennen
Monsterfächergarnelen zeigen deutlich, wenn die Haltung nicht passt:
- blasse oder ungewöhnliche Färbung
- abgenutzte Fächer
- Aufnahme von Nahrung vom Boden
- kein Fächern in der Strömung
- ungewöhnliche Inaktivität
Diese Anzeichen sollten ernst genommen werden, da sie auf Mangelversorgung oder Stress hindeuten.
Die richtige Haltung
Für eine artgerechte Pflege sind folgende Punkte entscheidend:
- Aquariumgröße: mindestens 80–100 cm
- Gruppenhaltung: ideal 3–5 Tiere
- Strömung: kräftig und dauerhaft
- Einrichtung: erhöhte Plätze in der Strömung + Verstecke
- Vergesellschaftung: nur mit ruhigen, friedlichen Fischen
Die Tiere sind sehr friedlich, aber sensibel gegenüber Störungen und überwiegend dämmerungsaktiv.
Schwierige Nachzucht
Die Nachzucht ist im Süßwasseraquarium kaum möglich, da die Larven Brackwasser benötigen. Daher handelt es sich bei den meisten Tieren um Wildfänge, die besonders empfindlich auf falsche Bedingungen reagieren.
Monsterfächergarnelen wie die Blaue Gabunfächerhandgarnele (Atya gabonensis) sind mit einer Größe von bis zu 15 cm
Gesunde Gabun Fächergarnelen sind hellblau bis dunkelblau. Bei falscher Haltung sind sie meist grau oder braun, bei Mineralstoffmangel können sie weißlich oder rötlich werden.
Dem kann man mit einem Fächergarnelenfutter vorbeugen, das speziell auf die Bedürfnisse dieser besonderen Tiere abgestimmt ist. Fein gemörsertes Mineralfutter kann als Ergänzung ein- bis zweimal wöchentlich gegeben werden. Ansonsten fressen Gabun Fächergarnelen auch sehr gern geriebene getrocknete Brennnesselblätter, Spinatpulver, feines Flockenfutter Fächerfeed oder auch kleines Frostfutter wie Artemia-Nauplien oder Cyclops.
Bilder: Clarissa Rosenbeck